Liturgieverständnis

Aus Orthodoxia Lexikon
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Liturgie ist die Handlung, die im Paradies geschieht und im Kirchenraum ihren materiellen Ausdruck findet, somit ist die Liturgie ein Abbild des Paradieses.

von Alexander Radej

Das Ritual

Die standardmäßige Liturgie der orthodoxen Kirche, die göttliche Liturgie nach Johannes Chrysostomos, zeigt die Heilsgeschichte Christi:

Zuerst wird Christus als Evangelium gezeigt, das Heilige offenbart sich. Es findet der Einzug in das Heilige, hinter der Ikonostase, statt. Christus spricht danach das Wort, durch sein Abbild, nämlich den Priester. Am Ende findet der Einzug in das himmlische Jerusalem statt und die Einsetzungsworte werden gesprochen. Das Leiden Christi wird auf dem sogenannten Rüsttisch, auf Griechisch Proskomedia, durchgeführt. Christus, noch in symbolischer Form des Brotes, wird durch das vorhandene Messer, der Lanze, durchbohrt.

Der Priester

Der Priester, der die Liturgie zelebriert, ist das Abbild Christi. Seine Kleidung bringt das zum Ausdruck: Das Sticharion ist an den Ärmel verziert und mit Bändern bestückt. Diese Bänder deuten auf die Fesseln Christi hin. Auf dem Sticharion verlaufen Bandstreifen, welche an die Wunden Christi bei der Passion erinnern. Die Streifen am unteren Ende des Sticharions zeigen die Fußfesseln Christi, welche er im Gefängnis getragen haben solle. Das Obergewand des Priesters ist reicher geschmückt. Auf dem Rücken ist ein Kreuz und ein Stern zu sehen, was den Anfang und Ende des Weges Christi auf Erden zeigt.

Der Segensgestus des Priesters stellt die Buchstaben „IC XC“, die griechischen Initialen für „Jesus Christus“ dar. Diese finden vor allem Verwendung auf byzantinischen Christusikonen. Durch die Fingerstellung des Priesters werden die Initialen deutlich.

Ikonen

Die Ikonen haben die Funktion, einerseits den Heiligen und auf der anderen Seite, Gott darzustellen. Somit füllt sich der Kirchenraum durch die zahlreichen Ikonen heiliger Personen welche bei Gott sind, da Gott durch sie in der Welt gewirkt hat und Gott im Eschatos durch sie in diese Welt hineinwirkt. Somit spiegeln die Ikonen das zukünftige Paradies wieder, in der sich der Heilige, vereint mit Gott, schon befindet. Das Handwerk in welchem Ikonen entstehen heißt Ikonographie.

Gesang

Der Ausdruck des Himmels wird insbesondere in den Worten der liturgischen Gesänge klar. Während der Liturgie wird die Hymne der Cherubim gesungen, die der Bibel entnommen ist, der von Engeln als Lobeshymne für Gott gesungen wird. In diesem Punkt zeigt sich, dass die Engel im Himmel Gott besingen, genauso wie es die Menschen auf der Erde tun.