Ikonographie

Aus Orthodoxia Lexikon
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Ikone in einer Belgrader Kirche

Der Ikone wird in der Orthodoxie ein großer Stellenwert eingeräumt. Im Kirchenraum kommt ihr eine eschatologische Bedeutung zu. (siehe Liturgieverständnis) Eine Ikone wird nicht gemalt, sondern sie wird geschrieben (gr. grafo).

von Alexander Radej

Herstellung

Die Herstellung der Ikone obliegt wichtigen Richtlinien. Meist wird sie von Mönchen in den Klöstern geschrieben. Da die Herstellung einer Ikone ein spiritueller Akt ist, muss sie im Gebet und während des Fastens entstehen.

Die Materialien zur Herstellung bestehen aus natürlichen Mitteln.

Das Holzbrett wird in ein Leinentuch gehüllt und dann mit Kreide bestrichen. Nach dem trocknen wird der Heilige oder die Szenerie konturiert und die Ikone vergoldet, sowie lackiert, damit das Gold sich nicht löst. Der Heiligenschein und die Schrift werden geschrieben, sie sind mitunter das Herzstück der Ikone. Dann wird der Heilige mit gemischten Farben aus Pigmenten gemalt. Die Pigmente werden mit einer Ei-Essig-Emulsion vermengt, damit diese eine starke Sättigung erhalten. Die Farben werden Schicht nach Schicht aufgemalt, mit der dunkelsten Farbe begonnen, bis die hellste Farbe aufgetragen ist. Nach dem schreiben, wird die Ikone wiederrum lackiert. Am Ende findet eine spezielle Segnung, durch den Priester, statt.

Ikone des Apostels Andreas

Besonderheiten

Die Ikonen erlangen ihre Bedeutsamkeit durch die Darstellungsart. Das Gesicht und besondere Merkmale, wie Farbe, Gegenstände dürfen nicht verändert werden, da diese kanonisch festgelegt sind. Hingegen unterscheiden sich einige Ikonen, beispielsweise sieht die Sinai Ikone von Christus anders aus, als eine russische Christus Ikone. Die Darstellungen beeinhalten besondere Gegenstände und Farben:

Gegenstände: Buch (Lehrbefähigung), Kreuz (Märtyrer)

Farben: Rot (Blut/ Märtyrer), Weiß (Reinheit/ Askese/ Auferstehung), Schwarz (Mönchtum), Gold (Himmlisches), Blau (Taufe/ Maria als Himmelskönigin), Braun (Demut/ Bescheidenheit)

Bischöfe, Priester, Mönche, sowie Soldaten sind in ihrer Uniform dargestellt. Der Priester trägt eine Stola und ein Priestergewand, ein Soldat wird in Rüstung und Schwert dargestellt.